Chronik 2020 – von August bis Dezember


Auf den Bachtel im Zürcher Oberland, 20. September

Rudi Kessler führte am Sonntag seine 12 Mitwanderer/innen im Zürcher Oberland über 15 km hinan und hinab. Nach Ankunft in Fischenthal wurden zuerst alle Autos bis auf eines nach Gibswil auf einen kostenlosen Parkplatz gestellt. Dann ging es hinauf, wobei schon nach einem halben Kilometer sich Theos Sohle vom Wanderschuh löste. Rudi schickte die anderen langsam voraus und holte aus seinem Auto Abhilfe. Mit Kabelbindern wurden die Sohlen an die Schuhe gebunden und hielten mit Nachbessern bis zum Schluß. Der Bachtel, mit 1115 m einer der Hausberge von Zürich, war das erste Highlight, allerdings hielt er nicht die versprochene Aussicht hinunter über den Zürichsee und bis zu den Alpen. Der See ließ nur einen Zipfel im Dunst  sehen und die Berge versteckten sich ganz. Trotzdem war es ein wunderschöner Rastplatz. Dann ging es weiter in Richtung Bachtel-Spalt. Dies ist ein langer, tiefer und recht schmaler Spalt im Nagelfluh. Einige Mutige wagten sich ohne Rucksack hindurch. Weiter ging es hinunter, am Bachtel-Weiher vorbei zum Wissengubel, einem wunderschönen Wasserfall (Giessen). Wer wollte konnten sich in  die Spalten darunter wagen. Von hier war es nicht mehr allzu weit bis nach Gibswil zu den Autos. Wegen des später vermuteten hohen Verkehrsaufkommens fuhr man gleich los Richtung Stühlingen und von dort zum Abschluß nach Weizen ins Kreuz. 


Tag des Wanderns 2020

In diesem Jahr fand der  bundesweite Tag des Wanderns wegen Corona nicht am 14. Mai, sondern am 18. September statt. Unter dem Thema „Geschichte(n) aus den Stühlinger Wäldern, Teil 3“ luden die Stadt und der Schwarzwaldverein zu einer rund 2,5 stündigen Wanderung unter der Führung von Gerhard und mir. 

Als Vertreterin von Herrn Burger begrüßte Stadträtin Corinna Pieper die 26 Wanderlustigen, die sich vorab angemeldet hatten. Mit einem kleinen Abstecher durch den Schinderwald marschierten wir Richtung „Teufelsküche“. Diese war 1955 von Elmar Zimmermann und einigen Helfern begehbar gemacht worden. Der Text, in dem er diesen wohl etwas illegalen Vorgang beschreibt, sorgte für allgemeine Erheiterung. Bevor wir uns in die verwunschene Schlucht aufmachten, mahnte Gerhard zu Konzentration und Vorsicht. Allein in diesem Jahr brauchte es drei Arbeitseinsätze, um den schmalen Pfad und die Treppen begehbar zu halten. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle Helferinnen und Helfer in der Wegeunterhaltung! Das Team um unseren Wegewart Gerhard Kehl macht wirklich einen tollen Job!

Auch wenn derzeit wenig Wasser durch die „Teufelsküche“ fließt, entfaltet sie doch ihren eigenen Zauber. Abgeschliffene Felstische und steile Felswände, wie Mikadostäbe durcheinander geworfene Baumstämme, Efeuvorhänge und mehr ließen uns staunen. Am Ende der Schlucht angekommen, wartete die Schweiz auf uns. Die Geschichte der „Hostiz“ (Hohen Gerichtsbarkeit) verdeutlichten die Grenzsteine, die uns den Weg wiesen. Bevor wir wieder Richtung Stühlinger Gemarkung abbogen, erfreuten wir uns an einem ungewohnten Blick auf das Schloss und diversen Schmuggelgeschichten. Im großen, fast allen unbekannten Bogen führte uns der Weg Richtung „Geltel“, wo die Stühlinger Ziegler einst Ton gruben. Den letzten Teil der Strecke legten wir vom Rauschen der nahen Bundesstraße vorbei an der Sulzfeldbewässerungsanlage in flottem Tempo zurück.


Tag des Denkmals am 13.9.

 Kalt und regnerisch 2019, heiß und sonnig 2020, so unterschiedlich kann sich das Wetter am 2. Sonntag im September, dem Tag des Denkmals, präsentieren. Einige der 10 Teilnehmer erinnerten sich noch an den regenreichen Tag im letzten Jahr. In diesem Jahr war eine grenzüberschreitenden Aktion der Schwarzwaldvereine Stühlingen und Bonndorf geplant. Während der Wandertour wurde zunächst auch kleinen Denkmälern am Weg Aufmerksamkeit geschenkt. Am Grenzübergang Oberwiesen wurde der Reiher, der an die Ausstellung "(H)enne und denne" erinnert, in Augenschein genommen. Wenige Meter davon entfernt der Gedenkstein für die über 5000 Flüchtlinge, die am Ende des 2. Weltkriegs in wenigen Tagen in die Schweiz flohen. Die Gruppe machte beim Gipsmuseum kurz Halt und Veronika Keller wies auf die Möglichkeit eines Besuchs hin.

Ganz nahe entlang der Wutach führte der Pfad zum "Weizener Steg", wo dessen Geschichte zur Sprache kam. Danach gings bergauf weiter zum Rastplatz "Ländli" und auf dem Vogellehrpfad zum Staufenberg. Das nächste Ziel war das Museum Schleitheimertal, hier erwartete Willi Bächtold die Wandergruppe. Im Museum informierte er über die ehemalige Stadt Juliomagus, über die Ausgrabungen und weitere Fundstätten römischen Lebens bei Schleitheim. Danach wanderten alle zusammen zum Thermenmuseum. Willi Bächtold erläuterte die verschiedenen Bauphasen und gab einen Einblick in die römische Badekultur. Man kann schon staunen, dass es vor 2000 Jahren bereits Sauna und Fußbodenheizung gab, dies sind keine Erfindungen der Moderne. Auf dem Rückweg statteten die Wanderer noch einem römischen Keller einen Besuch ab.

Die Gruppe dankte Willi Bächtold für die interessante Führung und trat mit Veronika Keller den Heimweg nach Stühlingen an. Gemeinsam genossen sie noch den Hock im "Nappi". 


AWW Reichenbergerhöfe, 11. September 2020

Unser Feierabendspaziergang führte uns über den geschichtsträchtigen „Wizzemer Steg“ via Seldenhalde hinauf zum Sackhau. War es zunächst die Natur, die uns in ihren Bann zog, kam nun eine historische Dimension hinzu. Auf diesem Areal bei der Schweizer Grenze versteckten sich im April 1945 Frauen und Kinder aus Grimmelshofen, um den Kämpfen zum Kriegsende zu entgehen. Der Schleitheimer Gemeindepräsident Wanner veranlasste, dass sie Herberge in Schleitheim in der methodistischen Kapelle und im Haus Ebenezer bekamen. Sie durften bleiben, bis die Kriegshandlungen endgültig eingestellt wurden. 

Am nahen Rastplatz genossen wir die letzten Sonnenstrahlen und den Blick auf Weizen Bahnhof, das Schloss, die Siedlungen oberhalb von Stühlingen, Unterwangen, Grimmelshofen, den Lausheimer Lindenberg und natürlich Blumegg! Bald erreichten wir die Reichenberger Höfe, wo uns Juliane Kühnemund freundlich empfing. Sie lud uns ein, die von 23 Pferden bevölkerten Ställe und den großen Paddock kennenzulernen. Wir staunten über ihre schönen Appalossa-Pferde und hörten gespannt ihren Ausführungen zu. Weil es schon dämmerte, mussten wir  den friedlichen Ort  viel zu schnell verlassen, um nach Grimmelshofen abzusteigen. Die letzte Wegstrecke legten wir in zwei Gruppen zurück. Während sich die einen für ein kleines Glühwürmchen-Abenteuer entschieden, blieben die anderen auf dem bequemen Radweg.


Seniorenwanderung am 3. September 2020

Sonnenschein und die Aussicht auf Natur und nette Kontakte lockten 12 Frauen hinaus, um mit Hedi Christoph zu wandern Der Weg war eine "Wundertüte", denn nur sie kannte zunächst die Route. Gestartet wurde am "Weizener Steg", wo Hedi die Gruppe linksseitig der Wutach auf einen kleinen Pfad führte, ganz nahe am Wasser mit wunderschönen Blicken auf den Flussverlauf. Hier das Staunen in der Gruppe: "Den Weg kenn ich aber nicht und bin doch hier viel unterwegs!" Hedi hatte es geschafft, Stühlinger in ihrer unmittelbaren Nähe mit einem "neuen" Weg zu überraschen. Nach ca. 1,5 km traf sich der Pfad mit dem Fahrradweg nach Grimmelshofen. Beim Sportplatz wanderten sie leicht aufwärts und gelangten in den Auenwald der Seldenhalde. Angenehm im Schatten, mit Blick auf Felsbrocken, umgestürzte bemooste Bäume, auf die rot leuchtenden Fruchtstände des Aronstabs erreichten sie den "Weizener Steg". Gut gelaunt ging`s zur gemütlichen Einkehr im "Weilers" in Stühlingen. Ein herzliches Dankeschön galt der Wanderführerin Hedi Christoph. 


Arbeitseinsatz am 29. August 2020

Wegewart Gerhard Kehl freute sich riesig, dass am Samstag sechzehn Personen trotz des feuchten Wetters für den Schwarzwaldverein zugepackt  haben. Zu dritt wurde die Teufelsküche auf  Vordermann gebracht. Alle anderen widmeten sich dem Kraftakt Flüheweg in Grimmelshofen. Gerhard betonte: „Wir haben nun bei den überörtlichen Wanderwegen 173 Arbeitsstunden und im Bereich  der gelben-Raute- Wanderwege 251 Arbeitsstunden gearbeitet. Das spiegelt in etwa unsere Wanderwegstruktur  wieder, was immer mein Anliegen war. Wir wollen ja unsere gelben-Raute-Wanderwege nicht vernachlässigen, auch wenn der Schluchtensteig mit unseren Kassen die Kameradschaft unter den Wanderwegehelfern unterstützt.“ 

Wer schwer arbeitet, muss gut essen, deshalb gab es im Anschluss in der Schür heißen Fleischkäse, Kartoffel-, Rüble- und Blattsalat sowie Kaffee und Kuchen.