Wandern & Aktionen


Seit Gründung des Schwarzwaldvereins Stühlingen im Jahr 1888 war es stets das Ziel des Vereins, die Natur der Heimat begehbar und somit erfahrbar zu machen und auf diese Weise für den Fremdenverkehr zu erschließen.

So wurde wiederholt das Wanderwegenetz überarbeitet und erneuert.
Das letzte Mal wurde es ab 2002 bis 2008 mit großem Zeitaufwand nach dem einheitlichen Markierungssystem des Schwarzwaldvereins mit der gelben Raute neu gestaltet.
Seither betreut die Ortsgruppe Stühlingen 174 km Wanderwege.

Im September 2010 wurden auch neue Markierungen für die Jakobswege in unserem Gebiet angebracht, siehe dazu »auf der Suche nach der Muschel!«
Wegewart Gerard Kehl und seine Helfer sind das Jahr über viel unterwegs um  diese begehbar zu halten.


Das markierte Wanderwegenetz ist in der Wanderkarte Klettgau Wutachtal 1:35.000 dargestellt.
Zusätzlich gibt es die kleine Broschüre „Wanderwege in Stühlingen“ mit vielen Wandervorschlägen ab jeder Orientierungstafel im Hauptort und in den Ortsteilen. Im Bild rechts kann eine Musterseite aus der Broschüre angeschaut werden.
Die Broschüre ist für € 1,-- beim Schwarzwaldverein Stühlingen, in den meisten örtlichen Gaststätten und bei der Touristik-Information im Rathaus Stühlingen erhältlich.
Darin steht nützliches zum Gebrauch der Wanderkarte und wissenswertes über die Geschichte der jeweiligen Orte  und dass Stühlingen an der Strecke von
4 Fernwanderzielen liegt:

1    Beginn des Schluchtensteigs quer durch den Naturpark Südschwarzwald
2    Ostweg Pforzheim-Schaffhausen
3    Zugangsweg von Stühlingen nach Rothaus
4    Viele Wege führen nach Santiago de Compostela ... ein Zweig des

      Neckar-Baar-Jakobsweges führt durch Stühlingen

Dem Flühepfad durch die untere Wutachschlucht drohte wegen schlechter Begehbarkeit 2003 die Sperrung. Zu dessen Rettung veranlasste der Schwarzwaldverein Stühlingen einen Arbeitseinsatz zu dem viele Helfer kamen.
Seit 2004 ist es geregelt und die Ortsgruppe Stühlingen pflegt die sensiblen Flühepfade mit jährlich großem Zeitaufwand. Nachdem im Frühjahr die Winterschäden von einem größeren Arbeitstrupp aufgeräumt sind, ist es Karl „Fuzzy“ Dößerich der die Flühewegle liebevoll betreut.
Weitere Helfer für Arbeiten an den Wanderwegen sind willkommen.


STÜHLINGEN - GRIMMELSHOFEN, 13. März 2008. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie bei Wanderungen in den Wutachflühen immer wieder dem gleichen Mann mit Hacke oder Säge begegnen. Mit Sicherheit handelt es sich dabei um Karl „Fuzzy“ Dößerich, dem guten Geist der dortigen Wanderwege.  Die schmalen Pfade in den Flühen zählen zu den sensibelsten, die der Schwarzwaldverein Stühlingen zu betreuen hat. Es sind witterungsanfällige Bergwege, die auf jeden Regenguss reagieren. In einem Winter wie diesem sorgt der stetige Wechsel von Frost und Tauwetter für loses Geröll, das zu Tal stürzt, Wege blockiert und beschädigt. Immer wieder verlieren größere Bäume ihren Halt oder fallen einem Gewittersturm zum Opfer. Dann gibt es in den Flühen von einer Stunde auf die andere kein Durchkommen mehr. Trost für die zunehmende Wanderschar: Schon bald darauf macht sich „Fuzzy“ Dößerich auf, um mögliche Schäden zu kontrollieren und wo nötig zeitnah für Abhilfe zu sorgen.  Allein in diesem Jahr war er schon wieder 32 Stunden arbeitend in seinem Revier unterwegs. Dem Schwarzwaldverein Stühlingen ist es eine Beruhigung, dass der zuverlässige Helfer aus Grimmelshofen regelmäßig und selbstständig an den Wegen arbeitet.

Mittlerweile zählt der Flüheweg zum viel gerühmten „Schluchtensteig“, der als zertifizierter Qualitätsweg angepriesen wird. Er beginnt in Stühlingen und führt über Blumberg, Schluchsee, St. Blasien und Todtmoos bis nach Wehr. Die entsprechende Markierung brachte der Ortsgruppe im letzten Jahr an. Trotz aller Anstrengungen genießt der Naturmensch Dößerich seine Touren in die Schlucht, wo  er längst jeden Stein und jeden Baum kennt. Sämtliche Jahreszeiten lassen ihn Neues entdecken, sein geschultes Auge nimmt kleinste Veränderungen wahr. Traurig war er, als die Gemsen, die ihm immer wieder über den Weg liefen, dem Jäger zum Opfer fielen und auch die Geiß, die ihn ab und zu begrüßte, ist wieder verschwunden. Derzeit präsentieren sich die Flühen mit besonderen Tiefblicken, noch schränken keine Laubbäume die Sicht ein. Tausende von Märzenbechern sorgen für weiße Wogen, erste Schlüsselblumen und duftender Seidelbast bescheren Frühlingsgefühle. Seltene Farnarten lassen staunen. Dies alles kann der Wanderer entdecken, ihn leiten gut gepflegte Wege. Doch Vorsicht! Sie sind nicht nur sehr reizvoll, sondern immer wieder auch sehr steil, stets schmal und bei feuchter Witterung rutschgefährlich. Schwindelfreiheit ist Voraussetzung für die Nutzung des oberen Flüheweges und grundsätzlich gilt es, konzentriert zu laufen.
Bei der Hauptversammlung ehrte der Schwarzwaldverein „Fuzzy“ Dößerich mit dem Ehrenzeichen in Bronze als Dank und Anerkennung „für seine langjährige Mitarbeit als Wanderführer  der Ortsgruppe Stühlingen und für seinen großen Einsatz bei der Pflege der Pfade in den Wutachflühen“. Er trägt das kleine Abzeichen mittlerweile an seiner Baskenmütze, ohne die er grundsätzlich nie aus dem Haus geht. Übrigens wird er mindestens zweimal im Jahr bei seiner Arbeit in den Flühen von einem größeren Team unterstützt. Immer im Frühjahr ruft der SWV zum Arbeitseinsatz in den Querschluchten und Tobeln. Und wer jetzt noch wissen möchte, wie Karl Dößerich zu seinem Rufnamen „Fuzzy“ gekommen ist, dem sei verraten, dass er schon in jungen Jahren ein Fan der „Fuzzy“-Western war. Während sich die Mehrheit seiner Altersgenossen mit dem ebenfalls in diesem Streifen agierenden „Billy the Kid“ identifizierte, hielt es Dößerich schon vor Jahrzehnten mit dem eigensinnigen, alten Cowboy „Fuzzy“, der immer einen guten Spruch auf Lager hatte.